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Hofgeschichte des Langerbauern in Jachenau

Der Langerbauernhof
Der Langerbauernhof

Der Anfang unserer Hofgeschichte, des Langerbauern in Jachenau, ist sehr stark verbunden mit dem Besiedelungsbeginn unserer Gemeinde. Deshalb wird am Anfang dieser Hofgeschichte ein kleiner Einblick in die Geschichte der Gemeinde Jachenau gegeben um dem Leser ein besseres Bild zu geben über die natürlichen Eigenheiten dieses Gebirgstals im Voralpengebiet zwischen Walchensee und Isartal. Der Anfang der Gemeinde Jachenau reicht sehr lange zurück. Im 8. Jahrhundert gründete das Adelsgeschlecht der Huosi die Klöster Schäftlarn, Tegernsee und Benediktbeuern im bayrischen Oberland. Das in unser Gebiet reichende Kloster Benediktbeuern erhielt von seinen Gründern 92.000 Tagwerk zwischen Loisach und Isar, in Tirol und im Etschtal.

  • Die Gemeinde Jachenau hat ca. 840 Einwohner und eine Fläche von 128 km².
  • Die Höhenlage reicht von 710 m im Tal bis 1801 m über NN auf der Benediktenwand.
  • Sie ist sehr von der Landwirtschaft geprägt und hat noch 44 bäuerliche Betriebe.
  • Unser Betrieb befindet sich im Ortsteil Berg auf 840m ü. NN.

 

Bereits 1185 schreibt die Klosterchronik:

Der Hof des Langerbauern in Jachenau, Berg, entstand durch eine Dreiteilung des Betriebes der Geruoner ( Krinnerbauern) im Jahre 1451. Bis dahin gab es nur einen Betrieb, der gleichzeitig als erste Ansiedlung in der Jachenau 1192 erstmals erwähnt wird. Damals entstanden die noch heute bestehenden Höfe des Krinnerbauern, des Cölestinbauern und des Langerbauern.

Seit dieser Zeit ist dieser in ununterbrochenem Besitz der Öttl - Orterer. Orterer deshalb weil 1743 nicht der älteste Sohn Anton, sondern die älteste Tochter Barbara den Hof erhielt und diese einen Johann Orterer von Ort in Jachenau heiratete. Jetzt sind es nach den Öttl die 8. Generation Orterer am Betrieb.

1858 wurde der Hof so wie er noch heute besteht samt Wohnhaus, Stallungen und Scheune als typischer oberbayrischer Einfirsthof vom damaligen Besitzer Kaspar Orterer erbaut. Dieser errichtete auch innerhalb von 10 weiteren Jahren das jetzige, ebenso wie die Hofstelle im Tal, aus Bruchsteinen erbaute Almgebäude.

Die 1868 erbaute Staffelalm steht auf 1320 m über NN unterhalb des Rabenkopfs. Sie diente bis 1984 über den Sommer hinweg als Wohnung für das Almpersonal. Interresant ist hier die Geschichte dieses Gebäudes anfangs dieses Jahrhunderts. Die damalige Sennerin wurde während der Sommermonate der Jahre von ca. 1900 - 1914 von einem jungen Maler besucht der zwischen Murnauer Moos und Kochelsee lebte. Während dieser Besuche malte der Künstler auch einige Bilder auf der Alm. Unter anderem zwei Wandmotive, einen Stierkopf und einen Hirsch mit Hirschkuh.

Und dieser Maler war niemand anders als Franz Marc, einer der Begründer der "Blauen Reiter". Diese expressionistische Art der Malerei war aber dem damaligen Almpersonal so abstrakt, das man nach diesen Jahren den "Hirsch mit Hirschkuh" kurzerhand überweißelte. Nur unserem Großvater, der als letzter dieses Bild sah, war es zu verdanken, dass man durch die Landesdenkmalpflege dieses Motiv unter zum Teil 3 mm starken Kalkanstrich wieder freilegen konnte.